Belastete Eier Insektizid möglicherweise auch in deutschen Betrieben verwendet

Millionen belastete Eier sind aus Belgien und den Niederlanden nach Deutschland gelangt. Doch möglicherweise kam das betroffene Insektizid auch in mehreren hiesigen Betrieben zum Einsatz - im Putzmittel.
Eier auf einem Hühnerhof im Kreis Cloppenburg (Archivbild)
DPA

Eier auf einem Hühnerhof im Kreis Cloppenburg (Archivbild)
Mittwoch, 02.08.2017 08:28 Uhr

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Deutsche Legehennenbetriebe haben möglicherweise das Insektizid Fipronil verwendet. Das Läusebekämpfungsmittel könnte über Putzmittel aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt sein, wie der Vorsitzende des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), Friedrich-Otto Ripke, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte.

In den Niederlanden und Belgien sind Millionen Eier mit dem Insektizid verseucht worden - insgesamt rund 2,2 Millionen davon gelangten nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Niederländischen Behörden hatten Millionen Eier aus Supermärkten zurückrufen lassen, auch in Deutschland gibt es Rückrufe.

Der Verein habe alle Mitgliedsbetriebe aufgefordert, sich zu melden, sofern sie Kunden des niederländischen Unternehmens gewesen sind, das den Wirkstoff in die Ställe gebracht haben soll, sagte Ripke. Daraufhin hätten sich neben 100 Eierproduzenten aus den Niederlanden auch "weniger als zehn Betriebe aus Deutschland gemeldet." KAT betreibt ein Kontrollsystem für Eier, dem sich Unternehmen aus der Hennenaufzucht über die Futtermittelhersteller bis hin zur Nahrungsmittelindustrie angeschlossen haben.

Kinder sollten Eier nicht essen

Betroffen ist das Putzmittel "Dega16", das für die Reinigung und Desinfektion von Ställen zugelassen ist. Dieses ist nach Angaben des Niedersächsischen Agrarministeriums mit Fibpronil in Verbindung gekommen. Das hätten Untersuchungen bei Legehennenbetrieben im Ausland ergeben.

Fipronil wird zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Schaben, Zecken und Milben eingesetzt. Es ist in Lebensmitteln nicht zugelassen. Das Mittel kann in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen, sagte eine Sprecherin der niederländischen Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist bei normalem Verzehr für Erwachsene nicht von einer Gesundheitsgefahr auszugehen. Kinder sollten die Eier jedoch nicht essen, warnte das Institut.